Nadine Kulbe

#WissKomm. Zur Einbindung digitaler Bildarchive in die Wissenschaftskommunikation
(22:03 min)

Nadine Kulbe (M.A.) hat Literatur- und Kommunikationswissenschaft in Dresden studiert. Seit 2010 ist sie in diversen Arbeitsvorhaben am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde beschäftigt gewesen, zuletzt im Projekt „Erschließung und Digitalisierung des Nachlasses von Adolf Spamer“ und seit Januar 2020 im DFG-Projekt „Bildsehen // Bildhandeln. Die Freiberger Fotofreunde als community of visual practice„. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Visuellen Anthropologie sowie der Wissenschafts- und Wissensgeschichte.

4 Antworten auf „Nadine Kulbe“

  1. Vielen Dank für Ihren spannenden Beitrag und den Einblick in Optionen und Herausforderungen digitaler Wissenschaftskommunikation an Beispielen des ISGV. In einem vergangenen studentischen Forschungsprojekt bestand für uns auch die Überlegung, einen Blog zu gestalten. Die Frage der Betreuung nach Abschluss des Projektes stellte dabei eine Schwierigkeit dar. Meine Frage wäre daher an Sie, welche Möglichkeiten Sie hier zum einen sehen bzw. ob Blogs dahingehend überhaupt eine Option darstellen können, also in Bezug auf zeitlich begrenzte Projekte?

    1. Vielen Dank für diese wichtig Frage. Sie haben völlig recht damit, dass die Betreuung eines Blogs nach Abschluss eines Projekts eine große Schwierigkeit darstellt. Dies ist grundsätzlich auch bei uns der Fall. Daher war die Überlegung, das Blog thematisch so offen zu gestalten (Akteur*innen und Praktiken der Fotografie und der Amateurfotografie), dass nicht allein unser Projekt präsentiert werden kann, sondern dass es erstens auch anderen Autor*innen offen steht und zweitens nach Ende der Projektlaufzeit von anderen Kolleg*innen des ISGV betreut werden kann. Denn Fotografie und Amateurfotografie sind schon lange Forschungsschwerpunkte am ISGV und werden es sicher auch bleiben. Wenn man also eine Klammer für ein Blog findet, die über einen längeren Zeitraum hinweg unterschiedliche Projekte, Lehrveranstaltungen, Autor*innen etc. zusammenbindet (das muss ja nicht unbedingt thematisch sein, auch eine Institution, ein Lehrstuhl können der kleinste gemeinsame Nenner sein), dann halte ich das auf jeden Fall für eine sehr schöne Idee – gerade auch für Studierende, die relativ einfach publizieren können und Ergebnisse sind schnell sichtbar. Eine Alternative für die Präsentation von Projektergebnissen ist eine „einfache“ Website, die im Vergleich zu einem Blog zwar weniger dynamisch, aber in einigen Fällen sicherlich die bessere Wahl ist. Ira Spieker, die den Bereich Volkskunde/Kulturanthropologie am ISGV leitet, hat in den vergangenen Semestern ein Forschungslehrprojekt in Jena durchgeführt, dessen Ergebnisse online präsentiert werden: https://www.isgv.de/jena1989rev. Wenn die Inhalte einmal vollständig sind, gibt es hier keinen nachträglichen Betreuungsaufwand; und weil die Seite zudem in die ISGV-Website eingebunden ist, auch keine laufenden Kosten.

  2. Vielen Dank für die Vor- und Darstellung der verschiedenen Plattformen am ISGV. Wichtig und interessant erscheint mir der Hinweis auf den Umgang mit Entwicklungen im Social Media-Bereich mit Facebook und Twitter. Gerade sie bieten ein Forum, aktuelle Themen und Forschungsergebnisse schnell und griffig aufzunehmen und dafür zu sensibilisieren. Meine Frage zielt darauf, wie eigentlich generell die Auswahl für Postings erfolgt, zuerst sicher mit dem Ziel des Teilens und Sichtbarmachens, aber auch für weitere Recherchen?

    1. Vielen Dank für die Frage. Wir selbst haben Postings bisher kaum dafür genutzt, um Recherchen durchzuführen oder Fragen oder Probleme zur Diskussion zu stellen. Generell ist das aber eine Sache, die meist zu guten Ergebnissen führt. Einer Ihrer Kollegen in Bautzen hat zum Beispiel neulich die „Intelligenz der Crowd“ abgefragt, um Unterstützung bei der Transkription von stenografischen Texten zu erbitten. Andere Beispiele in Bezug auf Bilder fallen mir ein, bei denen es um die Identifizierung von Orten, Personen o.ä. ging. Davon abgesehen können Social Media Kanäle oder generell „das Internet“ ja auch für ethnografische Erkundungen eingesetzt werden, die sog. Netnografie, die Online-Communities in den Blick nimmt. Das führt dann allerdings von der Wissenschaftskommunikation weg. In Bezug auf das ISGV-Bildarchiv sollten wir mit der Neukonzipierung auf jeden Fall im Blick haben, Fragen an die Follower z.B. zu noch nicht identifizierten Motiven o.ä. zu stellen – mit dem zweifachen Effekt, dass sich Informationslücken füllen und gleichzeitig das (neue) Bildarchiv bekannter wird. Daher vielen Dank für die Anregung!

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